| Besitzertrainer-Rundbrief 1/2000
2000 02 14
Wolfgang Schneeloch zweiter Vorsitzender In der letzten Mitgliederversammlung hat es eine Verjüngung des Vorstandes gegeben. Heinz Krieger, der seit vielen Jahren zweiter Vorsitzender und unser Vertreter in der Technischen Kommission war, bat aus Altersgründen um Entlastung. Zum neuen zweiten Vorsitzenden wurde Wolfgang Schneeloch aus Oberraden gewählt. Damit ist der Südwesten wieder mit zwei Aktiven im Vorstand vertreten. Heinz Krieger bleibt weiter in der Technischen Kommission, Wolfgang Schneeloch erhält als sein Stellvertreter die Möglichkeit, sich dort einzuarbeiten. Im Vorstand verbleibt Heinz Krieger als Beisitzer. Ebenso Barbara Biess aus Leimen und Ingrid Schoofs aus Oberhausen. Horst Dieter Beyer ist aus dem Vorstand ausgeschieden, steht uns aber weiterhin aktiv mit Rat und Tat zur Seite. Fördermaßnahmen des Vereins Deutscher Besitzertrainer Der Verein Deutscher Besitzertrainer wirtschaftet außerordentlich sparsam. Mittels Fax und Telefon stimmt sich der Vorstand bei Bedarf "auf dem kurzen Dienstweg" ab, um Reisekosten zu sparen. Den ungewöhnlich niedrigen Beitrag von DM 40,- im Jahr verwenden wir lieber, um mit gezielten Fördermaßnahmen im Rennsport Signale zu setzen. In den ersten Jahren haben wir den B-Vereinen Rennzuschüsse gezahlt. Das ist wegen der begrenzten Mittel nicht dauerhaft und gerecht verteilt durchführbar. Ein großer Erfolg war die gezielte Förderung des Ausgleiches IV mit einer Plusskala von 8 kg und fünf Preisgeldern. Diese Rennen wurden so gut beschickt und rechneten sich auch so gut, dass die Rennvereine sie als festen Bestandteil ihres Programmes beibehalten haben, auch ohne Zuschuss. Im letzten Jahr hat die Mitgliederversammlung die Förderung des Nachwuchses beschlossen. Daran wurde vereinzelt Kritik geübt. Ich weise darauf hin, dass der Beschluss nicht vom Vorstand sondern von der Mitgliederversammlung gefasst wurde. Auch wenn die wenigsten Besitzertrainer Auszubildende oder ausgebildete Berufsrennreiter beschäftigen, halte ich diese zeitlich begrenzte Maßnahme für sinnvoll. Der Azubi von heute ist der Jockey von morgen und der Trainer von übermorgen. Dass unser Verein nicht nur von Nachwuchsförderung redet, sondern sie praktiziert, hat sicher mit dazu beigetragen, Gräben zuzuschütten. Bei allen Fördermaßnahmen können wir kein Füllhorn ausschütten, sondern sind bestrebt, mit geringstmöglichem Einsatz größtmöglichen Effekt zu erzielen. Für die angehende Saison hat der Vorstand eine gezielte Förderung des Amateursportes und der Amateurrennen angedacht. Hier bitten wir um Ihre Vorschläge, wie das oben angesprochene Einsatz-Nutzen-Verhältnis am besten ausgeschöpft werden kann. 28 neue Besitzertrainer Im Dezember haben wieder 31 angehende Besitzertrainer den dreiwöchigen Vorbereitungslehrgang absolviert, 28 haben die Prüfung bestanden. Nicht alle wollen sofort trainieren, einige sind im Lager der Araber zu Hause. Aber immerhin macht das große Interesse deutlich, dass unser Bemühen, Pferdefreunde aus den anderen Sparten der Reiterei für den Vollblutsport zu interessieren, Früchte trägt. Der Hobbyreiter, der Turnier-Enthusiast, der Züchter Holsteiner Springpferde - sie alle werden sich nur im Rennsport heimisch fühlen, wenn sie ihre Pferde selbst arbeiten können. Besitzertrainer nehmen den Berufstrainern nicht die Butter vom Brot, im Gegenteil, sie erschließen neue Käufer- und Kundenschichten. Ein gedeihliches Miteinander setzt aber voraus, dass der Besitzertrainer sich wirklich auf das Training seiner eigenen Pferde beschränkt. Nach unserer Satzung sind wir auch "zur Wahrung der inneren Sauberkeit der Besitzertrainerschaft" aufgerufen. Dort wo Besitzertrainer ihre Lizenz mit fingierten Besitzwechselanzeigen zum Training für andere missbrauchen, kann niemand mit unserem Stillhalten oder unserer Unterstützung rechnen. Sollten Sie in Ihrem Umfeld Missstände beobachten, die alles, was wir mühselig erreicht haben, wieder gefährden, lassen Sie uns das wissen. Wir haben derzeit 277 Mitglieder. Neuzugänge und Abgänge halten sich etwa die Waage. Manch einer gibt enttäuscht den Rennsport auf, manch einer auch nur aus Altersgründen. Die meisten "Abgänge" verzeichnen wir jedoch wegen des leidigen Postvermerkes "unbekannt verzogen". Bedenken Sie bitte, dass die Post nur ein halbes Jahr nachgesandt wird. Sollten Sie unsere Rundbriefe also erst auf Umwegen erhalten, lassen Sie uns Ihre neue Adresse rechtzeitig wissen. Und wenn sich Ihr Konto ändert, bitte auch das. Etliche Beitragsabrufe können mangels Direktoriumskonto nicht eingezogen werden. Gegen Sie uns bitte g.F. ein Bankkonto auf. Scheinselbständigkeit Das viel kritisierte und auch für den Galopprennsport nicht unproblematische "Gesetz zur Bekämpfung der Scheinselbständigkeit" wurde nach nur einem Jahr wieder geändert, und zwar durch das "Gesetz zur Förderung der Selbständigkeit". Wenn von den folgenden 5 verkürzt aufgezählten Punkten 3 erfüllt sind, wird angenommen, dass es sich um ein versicherungspflichtiges Arbeitnehmerverhältnis handelt: 1. keine Arbeitnehmer beschäftigt, 2. für nur einen Auftraggeber tätig, 3. Auftraggeber lässt gleiche Tätigkeit auch von Arbeitnehmern ausführen, 4. keine typischen unternehmerischen Merkmale, 5. gleiche Tätigkeit zuvor als Arbeitnehmer ausgeübt. Sie sind gut beraten, wenn Sie die "selbständige Tätigkeit" Ihrer Arbeitsreiter daraufhin unter die Lupe nehmen. Beschäftigtenschutzgesetz Auf Grund des Beschäftigtenschutzgesetzes ist jeder Arbeitgeberbetrieb, auch wenn er nur gelegentlich geringfügig Beschäftigte hat, verpflichtet, sich dem betriebsärztlichen Dienst und dem sicherheitstechnischen Dienst anzuschließen. Diese Dienste prüfen Ihren Betrieb - natürlich gegen Gebühr - darauf hin, ob die Unfallverhütungsvorschriften und notwendigen Schutzmaßnahmen gegen Berufskrankheiten erfüllt sind. Von der Teilnahme am sicherheitstechnischen Dienst kann man sich befreien lassen, wenn man einen von den Berufsgenossenschaften im Rahmen des Unternehmermodells angebotenen zweitägigen Lehrgang zu Sicherheitsfragen absolviert. Übungsleiterpauschale erhöht und erweitert Für die Kollegen interessant, die aktiv im Rennverein ihrer Umgebung tätig sind: im letzten Rundbrief hatte ich auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die gemeinnützigen Vereinen durch die komplizierten Bestimmungen des 630,- DM-Gesetzes drohen. Mit Hilfe der Arbeitsgemeinschaft Naturheilkunde, deren Sprecher ich bin, ist es uns gelungen, in das Steuerbereinigungsgesetz 1999 eine Änderung des § 3 Ziffer 26 Einkommensteuergesetz einzubringen, mit der die bisherige steuerfreie "Übungsleiterpauschale" von 2400,- DM im Jahr auf 3600,- DM jährlich angehoben wurde. Viel bedeutender ist aber, dass der Kreis der steuerlich Begünstigten über die bisher rein ausbildenden Tätigkeit hinaus erweitert wurde auf "nebenberufliche Tätigkeiten als Betreuer oder vergleichbare nebenberuflichen Tätigkeiten" im Dienste gemeinnütziger Vereine. Damit ergibt sich für gemeinnützige Vereine eine bemerkenswerte Entschärfung des 630,- DM-Gesetzes. Förderung von Beschäftigungsverhältnissen Trotz großer Arbeitslosigkeit ist es unsagbar schwer, im Rennsport geeignete Arbeitskräfte zu finden. Im Rahmen des letzten Besitzertrainerseminars hatten wir als Referenten einen Vertreter des Arbeitsamtes, der über Einarbeitungs- und andere Fördermaßnahmen gesprochen hat. So gibt es zum Beispiel Lohnkostenzuschüsse bis zu 60% für bis zu 12 Monaten für Jugendliche unter 25 Jahren, die seit drei Monaten arbeitslos sind. Für Langzeit-Arbeitslose kann es sogar Zuschüsse bis zu 80% geben. Ältere Arbeitnehmer über 55 Jahre, Berufsrückkehrer, schwer Vermittelbare, neu geschaffene Arbeitsplätze......es gibt viele Möglichkeiten, die Förderung der Arbeitsverwaltung in Anspruch zu nehmen. Sprechen Se doch darüber mit Ihrem zuständigen Arbeitsamt, ehe Sie eine neue Kraft einstellen. Sachbezugssätze 2000 Wer Beschäftigten Kost und Logis gewährt, muß für
diesen geldwerten Vorteil natürlich Lohnsteuern abziehen und Versicherungsbeiträge
berechnen. Der Wert solcher Sachbezüge wird jährlich neu festgesetzt.
Für das Jahr 2000 gilt, dass freie Verpflegung mit 366,- DM monatlich
in Ost- und Westdeutschland anzusetzen ist, freie Unterkunft mit 355,-
DM im Westen und 260,- DM im Osten. Bei Jugendlichen und Auszubildenden
ermäßigt sich der Satz für die Unterkunft um 23%, für
die Verpflegung gibt es ab 2000 keine Abschläge mehr.
Vorsteuerabzug eingeschränkt. Interessant für alle, die umsatzsteuerpflichtig sind oder zur Umsatzsteuer
optiert haben:
Die Option zur Umsatzsteuer gilt für 5 Jahre. Wer noch keine 5 Jahre optiert hat, sollte prüfen lassen, ob eine Umkehr der Steuerlast nicht ein außerordentliches "Kündigungsrecht" auslöst. Wer bereits über 5 Jahre von der Option Gebrauch gemacht hat, kann sie bis zur endgültigen Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung zurücknehmen. Wenn Sie also Einspruch einlegen und g.F. auch klagen, kann Ihnen nicht viel passieren. Verlieren Sie den Prozess, können Sie Ihre Option bis zur Rechtskraft des Urteils immer noch zurücknehmen. Vom Amateur zum Profi Wer vom Amateur zum Profi-Rennreiter umsatteln will, musste bislang 50 Siege der Klasse A nachweisen. Wir konnten der Delegiertenversammlung des Direktoriums deutlich machen, dass ein Sieg im B-Rennen und auf einer B-Bahn nicht weniger reiterliches Können erfordert und durchaus der Erfahrung zuträglich ist. Das Erfordernis der Klasse A ist darum in der Rennordnung gestrichen. Es genügen 50 Siege, einerlei ob A oder B, um die Berufsrennreiterlizenz zu beantragen. Reitgeld für Amateure Reitet ein Amateur in einem offenen Rennen (Profi-Rennen), wird auch
für ihn das normale Reitgeld fällig, das dann an den Amateurverband
fließt. Das gilt jetzt auch dann, wenn es sich um ein Rennen der
Klasse B handelt. Insbesondere auf B-Bahnen finden immer wieder offene
Rennen statt, die ausschließlich von Amateuren geritten werden. Für
die Besitzer ist das ein erheblicher, vermeidbarer Kostenfaktor. Wirken
Sie doch bitte auf die B-Vereine Ihres Umfeldes ein, dass sie diesem Gesichtspunkt
Rechnung tragen, indem sie sorgfältig prüfen, ob denn ein Rennen
wirklich offen ausgeschrieben muss, oder ob sich nicht durch die Ausschreibungsbeschränkung
als Amateurrennen mehr Pferde gewinnen lassen, weil die Kosten deutlich
günstiger für die Besitzer sind.
In der Hoffnung, dass das freundliche Wetter auch weiterhin ein kontinuierliches Training erlaubt, wünsche ich Ihnen für die kommende Saison "Hals und Bein...." Mit freundlichen Grüßen
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