Rundbrief Weihnachten 2005
Liebe Mitglieder, liebe Besitzertrainer
und –trainerinnen, liebe Pferdefreunde,
eine Teletext-Veröffentlichung zu
fast schon „beschlossenen“ Änderungen der rennsportlichen Strukturen
hat ziemlich Verwirrung geschaffen. In der Direktorumssitzung am 13.12.05
wurde ein vorläufiger Entwurf der Strukturkommission vorgestellt.
Beschlossen wurde lediglich, dieses Konzept weiter zu entwickeln und erneut
vorzustellen.
Betroffen von den angedachten Änderungen
sind in erster Linie die Rennvereine, die weitgehende Kompetenzen, aber
damit auch Risiken, an eine zu gründende Kapitalgesellschaft abgeben
sollen – wenn sie einvernehmlich wollen. Unser Anliegen war, dass die „hoheitlichen“
Aufgaben des Direktorums, wie Rennordnung, Renngerichtsbarkeit, Prüfungen
und Lizenzen, weiterhin in der Regie eines gemeinnützigen Vereins
bleiben müssen. Das brauchten wir aber nicht vorzutragen, weil es
so auch vorgesehen ist. Dieser gemeinnützige Verein, den die jetzigen
Mitgliedsvereine des Direktoriums tragen würden, soll dann internationalen
Bräuchen angepasst „Jockey Club e.V.“ heißen. Die Kapitalgesellschaft,
entweder eine Aktiengesellschaft oder eine Kommanditgesellschaft auf Aktien,
soll dann analog „Jockey Club KG a.A.“ heißen. Der jetzige Verwaltungsapparat
„Direktorium“, den nicht nur manche Aktive sondern schmunzelnd auch die
Mitarbeiter des Hauses manchmal als „Diktatorium“ verballhornen, würde
weiterhin unter der Regie des e.V. oder der KG für die Technik zuständig
sein.
Zu Recht stand die Frage im Raum, wer denn
als Investor Aktien einer solchen Kapitalgesellschaft mit erklecklichem
Anfangskapitalbedarf erwerben soll. Banken und Fondgesellschaften sollen
Geprächsbereitschaft signalisiert haben, wenn der Rennsport besser
koordiniert und strukturiert auftritt. Wait and see!
Wettsteuer
Dem Bundestag liegt ein Gesetzeserntwurf
vor, der das Rennwett- und Lotteriegesetz durch ein Spieleinsatz-Steuergesetz
ablösen soll. In der jetzigen Fassung beinhaltet der Entwurf erhebliche
Gefahren für die Finanzierung der Rennveranstaltungen. Das Direktorium
hat eine Stellungnahme dazu und einen Gegenentwurf erarbeiten lassen. Wenn
Sie einen guten Draht zu Ihren Landtags- oder Bundestagsabgeordneten haben,
sollten Sie tätig werden. Stellungnahme und Gegenentwurf können
Sie zu diesem Zweck bei der Geschäftsleitung des Direktoriums anfordern.
Besitzertrainerchampionat
Eigentlich sollte dieser Rundbrief erst
im Januar erscheinen, wenn das Championat fest steht. Wegen der oben erwähnten
Unruhe haben wir ihn vorgezogen. Heutiger Stand des Besitzertrainerchampionats:
Matthias Schwinn und Horst Rudolph je 11 Siege, Marion Weber und ich je
10 Siege. Alle haben noch Starter in diesem Jahr. Das Ergebnis werden Sie
Silvester in Neuss erfahren.
Verwaltungsvereinfachung
Im Wahlkampf wurde uns von allen seiten
eine Vereinfachung der Steuer- und Sozialgesetzgebung versprochen. Bislang
kann ich nur Erschwernisse sehen. So ist die hälftige Teilung der
Sozialbeiträge in Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Anteil mehrfach durchbrochen.
In der Gleitzone zwischen 400 und 800 Euro zahlt der Arbeitgeber einen
höheren Anteil, bei der Krankenkasse hingegen der Arbeitnehmer (für
die Zähne), und wer 23 Jahre wurde ohne Kinder zu zeugen, zahlt bei
der Pflegeversicherung etwas mehr. Ärgerlich der damit verbundene
Verwaltungsaufwand.
Sozialabgaben früher fällig
Viel Aufwand wird der vorgezogene Termin
für die Abführung der Sozialabgaben an die Krankenkassen bereiten.
Der Beitrag ist ab 2006 zu einem Zeitpunkt fällig, an dem die Höhe
oft noch gar nicht feststeht, nämlich bis zum drittletzten Bankarbeitstag
des laufenden Monats. Das ist im Februar 2006 schon der 24.2.2006!
Steht der endgültige Lohn bis dahin nicht fest, müssen Sie schätzen,
melden, bezahlen und warten, dass Sie nach der berichtigten Meldung dann
die Erstattung zurück bekommen. Jeder Buchhalter wird sich freuen.
Warum diese schon fast mafiöse Kreditbeschaffung
ausgerechnet „Beitragsentlastungsgesetz“ heißt, bleibt unerfindlich.
Da sind wir doch gespannt, welchen schönen Namen denn die geplante
Erhöhung des Rentenbeitrages von 19,5% auf 19,9% bekommen wird.
Meldungen nur noch per EDV
Noch mehr „Vereinfachung“: alle Meldungen
zur Krankenkasse und Bundesknappschaft, wie Beitragsnachweise, An- und
Abmeldungen, Jahresmeldungen (schon für 2005), dürfen ab 2006
nur noch per EDV mit einem zertifizierten Programm abgegeben werden. Papiermeldungen
sind nicht mehr möglich. Sie kommen also, selbst wenn Sie nur einen
Mini-Mini-Mitarbeiter für 50 Euro beschäftigen, nicht umhin,
sich einen Computer anzuschaffen, oder ein Verhältnis mit einem/r
Computerbesitzer(in) zu beginnen.
Führerscheinfristen beachten
Ab 2000 wurden die alten Führerschein
auf das neue EU-System umgestellt. Omnibusführerschein und die alte
Klasse 2 (jetzt CE) für über 50Jährige sind von einer ärztlichen
Untersuchung abhängig, die alle 5 Jahre wiederholt werden muss. Die
ersten Führerscheine laufen jetzt ab. Werfen Sie einen Blick auf den
Ihren.
Sonn- und Feiertagszuschläge
Sonn- und Feiertagszuschläge – unsere
Leute müssen alle auch sonntags ran - bleiben weiterhin steuerfrei.
Das war ja ein gewichtiger Streitpunkt in den Koalitionsverhandlungen.
Sofern Sie diese Zuschläge in Ihren Lohnabrechnungen pauschal berechnet
haben, müssen Sie zum Jahresende eine genaue Aufstellung der einzelnen
berücksichtigten Feiertage machen und einen eventuellen Ausgleich
schaffen. Andernfalls führt die Pauschalberechnung zum Verlust der
Steuerfreiheit und zu Nachzahlungen.
Weihnachtsgeld ist kein 13. Monatsgehalt
Achten Sie beim Abschluss von Arbeistverträgen,
dass das Weihnachtsgeld, wenn Sie denn welches zahlen wollen, auch so heißt.
Steht im Vertrag etwas vom 13. Monatsgehalt, hat auch ein vorzeitig ausscheidender
Mitarbeiter Anspruch auf anteilige Auszahlung, und eine Rückforderung
bei außerordentlicher Kündigung bleibt ausgeschlossen.
Equitana Open Air in Neuss
vom 9. – 11. 6 2006 soll wieder eine Equitana
Open Air auf der Neusser Rennbahn stattfinden.
Haftpflichtversicherung
Der Rahmenvertrag unserer Pferdehalter-Haftpflichtversicherung,
der von der Agentur König und Pavenstedt verwaltet wird, wird voraussichtlich
ab 2006 auf einen anderen Versicherungsnehmer übergehen. Dabei werden
sich die Prämien sogar geringfügig verringern. Auch einmal eine
gute Nachricht.
Beiträge
Wir haben in diesen Tagen den Jahresbeitrag
für 2005 zum Verein Deutscher Besitzertrainer e.V. in Höhe von
20 Euro von Ihrem Direktoriums- oder Bankkonto abbuchen lassen, in einigen
Fällen auch den rückständigen für 2004. Sollte Ihr
Konto derzeit leer sein, und Sie finden keine Abbuchung auf dem nächsten
Kontoauszug, dann überweisen Sie doch freundlicherweise diese horrende
Summe auf unser Konto. Sie wissen: die Lizenz ist von der Mitgliedschaft
und die Mitgliedschaft vom Beitrag abhängig.
Goldene Ehrennadel
Die Direktoriumssitzung am 13.12. begann
mit einer Überraschung. Mit einer sehr freundlichen Laudatio verlieh
der Präsident Jochen Borchert mir die goldene Ehrennadel des Direktoriums
für langjährige verdienstvolle Tätigkeit in der Vollblutzucht
und im Rennsport. Ich denke, die Nadel gebührt weniger mir, sondern
der Besitzertrainerschaft in ihrer Gesamtheit. Es ist Ihre Ehrennadel,
ich verwahre und trage sie stellvertretend für Sie alle.
Mit allen guten Wünschen für
die Feiertage, einen guten Rutsch in 2006 hinein und vor allem am anderen
Ende wieder hinaus, und für ein erfolgreiches Rennjahr
Ihr
Hans-Heinrich Jörgensen
1. Vorsitzender
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